RAW, HEIC oder JPG: Welches Format am Handy?
JPG kennt jeder, HEIC ist Standard, RAW verspricht Spielraum. Was die drei Dateiformate unterscheidet, wie viel Speicher sie brauchen und welches Format für wen passt.
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48 Megapixel steht auf der Verpackung, 12 Megapixel liefert die Kamera-App, und irgendwo dazwischen gibt es noch 24. Wer die Einstellungen öffnet, findet Optionen wie «12 MP», «24 MP», «48 MP» oder «ProRAW Max», und die Frage liegt nahe: Ist mehr nicht einfach besser? Die kurze Antwort: nicht automatisch. Die lange Antwort ist dieser Beitrag.
Ich erkläre dir, was Megapixel messen und was nicht, warum ein 48-Megapixel-Sensor meist 12-Megapixel-Bilder macht, wie gross die Dateien bei den drei Stufen werden und wofür du welche Auflösung brauchst. Am Ende weisst du, welche Einstellung für deinen Alltag passt und wann du für ein einzelnes Bild hochschaltest.
Ein Megapixel ist eine Million Bildpunkte. Ein 12-Megapixel-Bild hat rund 4000 mal 3000 Punkte, ein 48-Megapixel-Bild 8000 mal 6000. Mehr Punkte heisst mehr Detail, wenn das Objektiv scharf genug ist, das Licht ausreicht und die Hand ruhig war. Auflösung ist also ein Potenzial, keine Garantie. Ein verwackeltes 48-Megapixel-Bild hat weniger echte Details als ein scharfes 12-Megapixel-Bild.
Wichtig ist, was du mit dem Bild machst. Ein Handybildschirm zeigt rund 3 Megapixel, ein 4K-Fernseher 8 Megapixel, ein Instagram-Post wird auf 1 bis 2 Megapixel verkleinert. Für all das reichen 12 Megapixel mit grosser Reserve. Mehr Auflösung zahlt sich aus beim Zuschneiden, beim Drucken über A3 und beim nachträglichen Vergrössern eines Ausschnitts, siehe den Beitrag zum Zoom am Smartphone.
Ein Megapixel sagt nichts über die Grösse des Sensors. Ein Handysensor mit 48 Megapixeln hat winzige Bildpunkte, die einzeln wenig Licht sammeln. Deshalb rauschen hochauflösende Handybilder bei wenig Licht stärker, und deshalb haben die Hersteller eine Technik entwickelt, die beides verbindet: Pixel Binning.
Beim Pixel Binning fasst der Sensor vier benachbarte Bildpunkte zu einem zusammen. Aus 48 Megapixeln werden 12, aber jeder der 12 Punkte hat viermal so viel Licht gesammelt. Das Bild ist weniger verrauscht, hat mehr Dynamikumfang und ist kleiner. Das ist die Standardeinstellung fast aller aktuellen Handys, und es ist in den meisten Situationen die bessere Wahl.
Die volle Auflösung nutzt der Sensor nur, wenn du sie ausdrücklich einstellst oder wenn genug Licht da ist und das Handy sie automatisch aktiviert. Beim iPhone ab Modell 14 Pro heisst das ProRAW Max oder HEIF Max mit 48 Megapixeln, ab iPhone 15 gibt es dazu die Zwischenstufe 24 Megapixel, die als Standard gesetzt ist. Samsung bietet im Kameramenü 50 oder 200 Megapixel an, Pixel-Handys 50 Megapixel im Pro-Modus.
Die 24-Megapixel-Stufe beim iPhone ist ein Kompromiss: Das Handy nimmt ein 12-Megapixel-Bild mit Binning und ein 48-Megapixel-Bild auf und verrechnet beide. Das Ergebnis hat mehr Details als 12 und weniger Rauschen als 48, bei moderater Dateigrösse. Für den Alltag ist das die sinnvollste Einstellung, und genau deshalb ist sie voreingestellt.
| Auflösung | Bildgrösse | Dateigrösse HEIC | Dateigrösse RAW | Druck bei 300 dpi |
|---|---|---|---|---|
| 12 MP | 4032 × 3024 | 1,5 bis 3 MB | 25 MB | bis A4, gut A3 |
| 24 MP | 5712 × 4284 | 3 bis 5 MB | nicht verfügbar | bis A3, gut A2 |
| 48 MP | 8064 × 6048 | 5 bis 10 MB | 75 MB | bis A2, gut A1 |
Die Zahlen sind Richtwerte für aktuelle iPhones, Android-Geräte liegen ähnlich. Auffällig ist der Sprung bei RAW: Ein 48-Megapixel-ProRAW belegt 75 Megabyte, tausend davon füllen 75 Gigabyte. Wer die volle Auflösung nutzt, braucht eine Strategie für den Speicher. Welches Dateiformat wozu passt, erklärt der Beitrag zu RAW, HEIC und JPG. Ein Hinweis zur Druckspalte: 300 dpi ist die Vorgabe für hochwertigen Druck aus nächster Nähe. Ein Poster an der Wand betrachtet man aus zwei Metern, dort reichen 150 dpi, und damit druckt selbst ein 12-Megapixel-Bild sauber in A2. Die Tabelle ist also konservativ gerechnet, in der Praxis hast du mehr Spielraum als sie zeigt.
Bei 12 Megapixeln passen rund 400 Bilder in ein Gigabyte, bei 24 rund 250, bei 48 rund 130. Wer 3000 Bilder im Jahr macht, braucht also 8, 12 oder 23 Gigabyte, ohne Videos. Mit iCloud oder Google Fotos ist der Speicher auf dem Handy weniger das Problem als das Abo, das mit der Auflösung wächst. Ein Backup auf eine Festplatte ist bei 48 Megapixeln keine Option mehr, sondern Pflicht.
Dazu kommt die Verarbeitung. Ein 48-Megapixel-Bild dauert beim Aufnehmen länger, der Serienmodus ist nicht verfügbar, und der Nachtmodus arbeitet meist mit 12 Megapixeln, weil er viele Bilder verrechnen muss. Auch das Teilen per WhatsApp oder Mail dauert länger, und die Empfänger bekommen ohnehin eine verkleinerte Version. Für alles, was direkt geteilt wird, ist die hohe Auflösung Ballast.
Mein Vorgehen: Standard 24 Megapixel HEIC. Das ist die Einstellung für 95 Prozent der Bilder. Für einzelne Motive, bei denen ich weiss, dass ich später zuschneiden oder gross drucken will, schalte ich über die Kamera-App auf 48 Megapixel, meist als ProRAW. Danach zurück. So bleibt der Speicher überschaubar, und die wichtigen Bilder haben Reserve.
12 Megapixel reichen für Social Media, WhatsApp, Bildschirm, Fotobuch und Ausdrucke bis A4. Sie sind die richtige Wahl bei wenig Licht, im Serienmodus und immer dann, wenn Tempo und Speicher wichtiger sind als maximale Details. Ältere Handys liefern ohnehin nur diese Stufe, und ihre Bilder sind deswegen nicht schlecht.
24 Megapixel sind der Alltag auf neueren Geräten. Genug Reserve zum Zuschneiden, gute Rauschwerte, moderate Dateien. Wer mit dem Handy auch mal ein Bild an die Wand hängen will, bis etwa A3, ist damit versorgt. Die Bilder aus meinen Kursen und in der Galerie dieser Website sind grösstenteils in dieser Stufe entstanden.
48 Megapixel lohnen sich bei Tageslicht für Landschaften, Architektur und Panoramen, für Ausdrucke ab A2 und für Motive, aus denen du später einen Ausschnitt vergrössern willst, etwa einen Vogel am Himmel oder ein Detail an einer Fassade. Nicht lohnen sie sich nachts, bei Bewegung, für Schnappschüsse und für alles, was nur auf dem Bildschirm landet. Dort ist die Datei viermal grösser, das Bild aber nicht besser, manchmal sogar schlechter.
Beim iPhone findest du die Einstellungen unter Einstellungen, Kamera, Formate. Dort wählst du zwischen 12 und 24 Megapixeln als Standard, und du legst fest, ob der Max-Modus 48 Megapixel als HEIF oder als ProRAW liefert. In der Kamera-App selbst schaltest du den Max-Modus über das Symbol oben rechts für einzelne Bilder ein und aus. Beim Verlassen der App wird er zurückgesetzt, ausser du fixierst ihn unter «Einstellungen behalten».
Bei Samsung tippst du in der Kamera-App auf das Seitenverhältnis-Symbol, dort erscheint die Option für 50 oder 200 Megapixel. Google Pixel bietet die hohe Auflösung im Pro-Modus an. Bei allen Herstellern gilt: Die hohe Auflösung schaltet Funktionen wie Nachtmodus, Porträtmodus oder Serienbild teilweise ab, weil der Prozessor mit der Datenmenge ausgelastet ist.
Ein Tipp zum Schluss: Prüfe nach dem Fotografieren in der Fotos-App die Bildinformationen. Beim iPhone wischst du nach oben, dort steht die Auflösung. So siehst du, ob das Handy wirklich mit 48 Megapixeln aufgenommen hat oder wegen wenig Licht auf 12 zurückgeschaltet ist. Das passiert öfter, als man denkt.
Nein. Bei Tageslicht und ruhiger Hand liefern 48 Megapixel mehr Details. Bei wenig Licht, Bewegung und im Nachtmodus sind 12 Megapixel mit Pixel Binning sauberer und weniger verrauscht.
Für gute Qualität bei 300 dpi rund 12 bis 24 Megapixel. Ein scharfes 12-Megapixel-Bild reicht für A3 aus, mit 24 hast du Reserve zum Zuschneiden.
Weil das Handy bei wenig Licht, im Nachtmodus oder im Porträtmodus automatisch auf Pixel Binning zurückschaltet. Die hohe Auflösung funktioniert nur bei ausreichend Licht und im normalen Fotomodus.
Als HEIC 5 bis 10 Megabyte, als ProRAW rund 75 Megabyte pro Bild. Tausend RAW-Bilder belegen damit 75 Gigabyte.
Lieber live üben?
Im Smartphone Fotokurs in Luzern gehen wir genau diese Themen am eigenen Handy durch.
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