Alle Beiträge
Bearbeitung·4. September 2026·6 Min. Lesezeit

Mediathek oder Sammlungen: So ist die Fotos-App aufgebaut

Smartphone mit einem Foto vom Wasserturm Luzern in der Hand

Die Fotos-App hat in den letzten Jahren mehrmals ihr Gesicht verändert. Mit iOS 18 wurde alles auf eine einzige lange Seite gepackt, seit iOS 26 gibt es unten wieder zwei Tabs: Mediathek und Sammlungen. Viele finden nach jedem Umbau ihre Alben nicht mehr und schimpfen zu Recht.

Hinter dem Umbau steckt aber eine klare Logik, und sobald man sie verstanden hat, findet man sich schneller zurecht als vorher. Dieser Beitrag erklärt den Aufbau, den Unterschied zwischen Mediathek und Sammlungen und wie du die App so einrichtest, dass sie dir passt.

Die Mediathek ist alles

Der erste Tab heisst Mediathek und ist die vollständige, zeitlich geordnete Liste deiner Bilder. Alles, was du je aufgenommen, gespeichert oder importiert hast, liegt hier, das neueste zuunterst. Nichts davon hast du selbst einsortiert, die Reihenfolge kommt allein aus dem Aufnahmedatum.

Über die Umschaltung am Rand wechselst du zwischen Jahren, Monaten und allen Bildern. Die Jahres- und Monatsansicht ist keine eigene Sammlung, sondern nur eine andere Darstellung derselben Bilder, bei der das Gerät jeweils ein repräsentatives Foto auswählt. Für die schnelle Reise zurück in ein bestimmtes Jahr ist das der schnellste Weg.

Wichtig zu verstehen: Wenn du hier ein Bild löschst, ist es überall weg. Die Mediathek ist der eine Ort, an dem die Datei tatsächlich liegt. Alles Weitere in der App sind nur verschiedene Sichten auf denselben Bestand, nicht Kopien. Mehr zum Aufräumen steht im Beitrag über das Verwalten von Fotos.

Ganz oben in der Mediathek liegt ausserdem die Suche, und sie ist besser als ihr Ruf. Du kannst nach Orten, Jahreszahlen, Personen und sogar nach Bildinhalten wie Hund, See oder Schnee suchen. Für ein bestimmtes Bild ist das oft schneller als jedes Album.

Sammlungen sind Sichten, keine Ordner

Der zweite Tab heisst Sammlungen. Hier liegen Gruppen wie Angepinnt, Rückblicke, Reisen, Favoriten, Personen & Haustiere, Medientypen, Alben und Sonstige. Das Entscheidende ist: Keine davon enthält eigene Dateien. Es sind Filter auf die Mediathek, die dir eine bestimmte Auswahl zeigen.

Deshalb kannst du ein Bild in zehn Sammlungen gleichzeitig sehen, ohne dass es zehnmal Speicher belegt. Und deshalb verschwindet es überall, wenn du es in der Mediathek löschst. Wer das begriffen hat, hört auf, Bilder aus Angst vor Verlust in Alben zu kopieren.

Die meisten dieser Sammlungen entstehen von selbst. Das Gerät erkennt Gesichter, Orte, Reisen und Motivarten und baut daraus Gruppen. Das passiert auf dem Gerät und nicht in der Cloud, weshalb es nach einem Wechsel auf ein neues iPhone ein paar Nächte dauert, bis alles wieder da ist. Lass das Gerät dafür angesteckt und gesperrt liegen, dann geht es schneller.

Automatische Sammlungen ändern sich mit der Zeit. Ein Rückblick, den du heute siehst, kann nächste Woche anders zusammengesetzt sein, weil neue Bilder dazugekommen sind. Verlass dich für etwas Wichtiges deshalb nie auf eine automatische Gruppe, sondern leg ein eigenes Album an.

Alben sind der Teil, den du selbst baust

Die einzige Sammlung, die du vollständig kontrollierst, heisst Alben. Ein Album ist eine Liste von Verweisen, die du selbst zusammenstellst. Du legst es an, ziehst Bilder hinein, bringst sie in eine Reihenfolge, und es bleibt genau so, bis du es änderst. Nichts daran ist automatisch.

Genau deshalb sind Alben so nützlich. Automatische Gruppen sind gut darin, dir Überraschungen zu servieren, aber schlecht darin, eine bestimmte Auswahl festzuhalten. Wenn du zwanzig Bilder von einer Reise für ein Fotobuch brauchst, sollen genau diese zwanzig drin sein und keine einundzwanzig.

Nimmst du ein Bild aus einem Album heraus, bleibt es in der Mediathek. Die App fragt in diesem Fall explizit, ob du es nur aus dem Album entfernen oder ganz löschen willst. Lies diese Frage einmal bewusst, dann verlierst du nie wieder ein Bild aus Versehen. Wie eine sinnvolle Albenstruktur aussieht, steht im Beitrag über das Verwalten von Fotos.

Alben lassen sich ausserdem in Ordner gruppieren. Wenn du viele hast, leg pro Jahr oder pro Thema einen Ordner an und sortiere die Alben hinein. Das kostet einmal zehn Minuten und macht aus einer unübersichtlichen Liste eine Struktur, in der du dich zurechtfindest.

Die App auf dich zuschneiden

Der wichtigste Handgriff steht ganz unten im Tab Sammlungen: Neu anordnen. Damit ziehst du die Sammlungen in die Reihenfolge, die zu dir passt. Zuoberst liegt ausserdem der Bereich Angepinnt. Über Bearbeiten legst du dort genau die Sammlungen und Alben ab, die du ständig brauchst.

Meine Empfehlung: Pinne Alben und Favoriten an und schieb nach unten, was du in einem Jahr nie geöffnet hast. Wer es noch ruhiger mag, tippt oben auf das Symbol für die Darstellung und wählt kleinere Kacheln oder Alle reduzieren. Dann bleiben nur die Überschriften stehen, und die App fühlt sich sofort aufgeräumt an.

Ganz unten in den Sammlungen liegt der Bereich Sonstige. Dort verstecken sich die Sammlungen, die beim Aufräumen wirklich helfen: Duplikate, Ausgeblendet und Zuletzt gelöscht. Die beiden letzten öffnest du erst nach Face ID, Touch ID oder Code. Der Papierkorb bewahrt gelöschte Bilder dreissig Tage auf, danach sind sie endgültig weg. Wer Speicher freimachen will, muss ihn also aktiv leeren.

Nimm dir diese zehn Minuten wirklich. Die Standardreihenfolge ist für alle gleich und für niemanden richtig, und die meiste Frustration mit der neuen App kommt schlicht daher, dass sie nie jemand angepasst hat. Danach findest du deine Alben wieder mit einem Wisch.

Wo die Bilder wirklich liegen

Zum Schluss der Punkt, der die meisten Missverständnisse verursacht: Mediathek und Sammlungen sagen nichts darüber, ob eine Datei auf dem Gerät oder in der Cloud liegt. Das entscheidet allein die Einstellung für iCloud-Fotos, und die findest du nicht in der Fotos-App, sondern in den Systemeinstellungen bei deinem Namen.

Ist sie aktiv, sind alle Bilder in der Cloud und auf dem Gerät liegen je nach Speicherplatz nur verkleinerte Fassungen. Das ist praktisch und hat eine Konsequenz: Löschst du ein Bild auf dem iPhone, ist es auch auf dem iPad und auf dem Mac weg. Eine Sicherung ist iCloud-Fotos deshalb ausdrücklich nicht.

Wer wirklich sichern will, braucht eine zweite, unabhängige Kopie: eine externe Festplatte, ein anderer Cloud-Dienst oder beides. Einmal im Jahr die Bilder eines Jahres auf eine Festplatte kopieren dauert eine halbe Stunde und rettet im Ernstfall alles. Wie du gute von schlechten Bildern trennst, bevor du sicherst, steht im Beitrag über das Verwalten von Fotos.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Mediathek und Sammlungen?

Die Mediathek ist der vollständige Bestand, zeitlich geordnet, und der einzige Ort, an dem die Dateien tatsächlich liegen. Sammlungen sind Sichten darauf: automatische Gruppen wie Rückblicke und Personen sowie deine eigenen Alben. Sie enthalten keine Kopien, sondern nur Verweise.

Wo finde ich meine Alben wieder?

Tippe unten auf den Tab Sammlungen, dort liegen die Alben. Damit du sie nicht mehr suchen musst, pinnst du sie oben unter Angepinnt an oder ziehst sie mit Neu anordnen ganz nach oben.

Wird ein Bild doppelt gespeichert, wenn ich es in ein Album lege?

Nein. Ein Album enthält nur Verweise, keine Kopien, und belegt deshalb keinen zusätzlichen Speicher. Entfernst du ein Bild aus einem Album, bleibt es in der Mediathek. Nur beim Löschen in der Mediathek verschwindet es überall.

Ist iCloud-Fotos eine Sicherung?

Nein. iCloud-Fotos hält alle Geräte auf demselben Stand. Löschst du ein Bild auf einem Gerät, ist es auf allen weg. Für eine echte Sicherung brauchst du eine zweite, unabhängige Kopie, zum Beispiel einmal im Jahr auf eine externe Festplatte.

Lieber live üben?

Im Smartphone Fotokurs in Luzern gehen wir genau diese Themen am eigenen Handy durch.

Zu den Kursen

Das könnte dich auch interessieren

Alle Beiträge