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Praxis·7. September 2026·9 Min. Lesezeit

iCloud-Alternativen für Samsung und andere Android-Handys

Smartphone mit einem Foto vom Wasserturm Luzern in der Hand

In den Kursen sitzen iPhone- und Android-Leute nebeneinander, und spätestens beim Thema Speicher entsteht Verwirrung. Auf dem iPhone heisst die Antwort iCloud, und damit ist alles gemeint: Fotos, Kontakte, Notizen, Sicherungen. Auf einem Samsung gibt es diese eine Antwort nicht.

Das ist kein Nachteil, sondern nur anders organisiert. Statt eines Dienstes arbeiten drei nebeneinander, jeder für einen anderen Teil. Wer das einmal sortiert hat, findet seine Daten so zuverlässig wie auf einem iPhone. Dieser Beitrag sortiert es.

Warum es kein einzelnes Gegenstück gibt

Das direkte Pendant zu iCloud ist bei Samsung kein einzelner Dienst, sondern teilt sich auf Microsoft OneDrive, Google One und die hauseigene Samsung Cloud auf. Drei Firmen, drei Konten, drei Speicherkontingente.

Der Grund ist die Geschichte des Systems. Android stammt von Google, und deshalb liegen alle systemnahen Dinge im Google-Konto. Samsung baut die Geräte und hat eigene Apps mit eigenen Daten, die irgendwo liegen müssen. Und für Fotos ist Samsung vor einigen Jahren eine Partnerschaft mit Microsoft eingegangen, statt selbst einen Bilderdienst zu betreiben. Diese direkte Verbindung zwischen Galerie und OneDrive endet am 30. September 2026.

Für dich heisst das: Du musst einmal wissen, was wo landet. Danach läuft es genauso automatisch wie bei Apple. Unangenehm wird es nur, wenn man es nie eingerichtet hat und im Ernstfall feststellt, dass ein Teil der Daten nirgends gesichert war.

Bei anderen Android-Marken sieht es ähnlich aus, nur ohne den Samsung-Teil. Auf einem Pixel, einem Xiaomi oder einem Fairphone übernimmt das Google-Konto praktisch alles, und einzelne Hersteller legen noch einen eigenen Dienst für ihre Apps daneben. Das Grundmuster bleibt gleich.

Fotos: Google Fotos oder die OneDrive-App

Lange war OneDrive direkt in die Samsung Galerie eingebaut. Samsung hatte die eigene Bilderablage in der Samsung Cloud eingestellt und die Bestände zu OneDrive verschoben. Diese Synchronisierung endet am 30. September 2026, eine neue Verknüpfung ist schon jetzt nicht mehr möglich. Bereits gespeicherte Fotos gehen laut Samsung nicht verloren, sie erscheinen danach aber nicht mehr in der Galerie, sondern nur noch in der OneDrive-App und im Browser.

Für neue Bilder nennt Samsung zwei Wege: die Kamerasicherung in der OneDrive-App oder die Sicherung in Google Fotos. Beide richtest du in der jeweiligen App über dein Profilbild ein. Stell dort gleich ein, dass nur im WLAN gesichert wird und ob Videos dazugehören, denn sie brauchen viel Platz.

Anders als die alte Verbindung arbeiten beide Wege als Sicherung: Löschst du ein Bild nur in der Samsung Galerie, bleibt es in OneDrive oder Google Fotos erhalten und lässt sich wieder herunterladen. Kostenlos sind bei OneDrive fünf Gigabyte, bei Google fünfzehn, was für Fotos schnell zu wenig ist. Wie viel Platz deine Bilder tatsächlich brauchen, steht im Beitrag über Dateigrössen und Auflösung.

Hast du die alte Verbindung genutzt, lade wichtige Alben bis zum 30. September 2026 in der Galerie herunter: Menü, Einstellungen, Galeriesynchronisierung mit OneDrive, Originale herunterladen. Danach geht das nur noch über die OneDrive-App oder den Browser. Mit dem Ende fallen ausserdem Galerie-Funktionen wie «Storys synchronisieren» weg. Den Stand der Sicherung und den freien Speicher siehst du in beiden Apps über dein Profilbild.

Google One für das System

Google One beziehungsweise Google Drive ist der Standard für Android. Es sichert deine Geräteeinstellungen, Apps, Nachrichten und Daten im Google-Konto. Das entspricht dem, was bei Apple die iCloud-Gerätesicherung macht: Richtest du ein neues Handy ein und meldest dich an, ist vieles wieder da.

Wichtig ist die Trennung zwischen Google Drive und Google Fotos. Drive ist der Dateispeicher, Fotos ist der Bilderdienst. Beide teilen sich dasselbe Kontingent, arbeiten aber getrennt. Ein Bild in Google Fotos liegt nicht automatisch als Datei in Drive und umgekehrt.

Google Fotos ist auf vielen Samsung-Geräten zusätzlich installiert, und genau daraus entsteht der häufigste Fehler: Manche Leute haben die automatische Sicherung sowohl in der OneDrive-App als auch in Google Fotos aktiv und wundern sich, dass beide Kontingente voll sind. Entscheide dich für einen der beiden Wege und schalte den anderen ab. Kostenlos sind bei Google fünfzehn Gigabyte, geteilt über Gmail, Drive und Fotos.

Google Fotos hat ausserdem eine Eigenheit, die viele überrascht: Es kann Bilder in verkleinerter Fassung speichern, um Platz zu sparen. Diese Einstellung heisst Speicherplatzsparer. Für Bildschirm und kleine Abzüge reicht das, für einen grossen Druck nicht. Prüf die Einstellung, bevor du dich darauf verlässt.

Samsung Cloud für den Rest

Die Samsung Cloud speichert spezifische Daten von Samsung-Apps wie Notizen, Kalender, Kontakte und den Verlauf des Internetbrowsers. Sie ist an dein Samsung-Konto gebunden, das du beim ersten Einrichten des Geräts angelegt hast, oft ohne es zu merken.

Das klingt nach wenig und ist im Alltag trotzdem der Teil, den man am schmerzhaftesten vermisst. Die Notizen aus Samsung Notes, die eigenen Kalendereinträge, die Lesezeichen im Samsung-Browser: Wer das Gerät verliert und nur bei Google gesichert hat, bekommt genau diese Dinge nicht zurück.

Prüf deshalb einmal in den Einstellungen unter deinem Samsung-Konto, welche Bereiche aktiv sind. Es dauert zwei Minuten. Wenn du die Samsung-Apps gar nicht benutzt, sondern Google Kalender, Google Kontakte und Chrome, brauchst du diesen Teil nicht, und dann darfst du ihn getrost ignorieren.

Verwechsle das Samsung-Konto nicht mit dem Google-Konto. Es sind zwei getrennte Zugänge mit eigenem Passwort, und beim Einrichten eines neuen Geräts brauchst du beide. Wer nur eines davon hat, bekommt entweder die Systemdaten oder die Samsung-App-Daten zurück, aber nicht alles.

Wer was speichert, auf einen Blick

Bei AppleBei SamsungInhalt
iCloud-FotosGoogle Fotos oder OneDrive-AppFotos und Videos
iCloud-BackupGoogle OneGeräteeinstellungen, Apps, Nachrichten
iCloud DriveGoogle DriveDateien und Dokumente
Kontakte und KalenderGoogle-Konto oder Samsung Cloudje nachdem, welche App du nutzt
NotizenSamsung CloudSamsung Notes
Safari-VerlaufSamsung Cloud oder Google-Kontoje nach Browser

Die Tabelle zeigt gut, warum es sich lohnt, sich pro Bereich für eine Welt zu entscheiden. Wer Google Kontakte nutzt, braucht die Samsung Cloud kaum. Wer konsequent Samsung-Apps verwendet, sollte sie dagegen unbedingt aktiv haben. Halbe Lösungen sind der Grund für die meisten verlorenen Daten.

Mach dir die Entscheidung schriftlich. Ein Zettel mit drei Zeilen, welcher Dienst bei dir wofür zuständig ist, ist in zwei Jahren mehr wert als jede Einstellung. Genau diese Frage kommt nämlich immer dann, wenn das Gerät weg ist und niemand mehr in Ruhe nachschauen kann.

Nicht in der Tabelle steht der Speicherplatz, und der ist der eigentliche Knackpunkt. Bei Google sind fünfzehn Gigabyte gratis, bei OneDrive fünf, und beide füllen sich mit Videos schneller, als man denkt. Prüf regelmässig, wie viel noch frei ist.

iCloud auf einem Samsung nutzen

Ja, du kannst iCloud auf einem Samsung-Smartphone nutzen, allerdings gibt es keine eigene Apple-App dafür. Der Weg führt über den Browser, und er funktioniert erstaunlich gut:

  1. Öffne den Webbrowser, zum Beispiel Google Chrome, auf deinem Samsung-Gerät.
  2. Geh auf die Webseite von iCloud.
  3. Melde dich mit deiner Apple-ID und deinem Passwort an.
  4. Nutze die mobile Ansicht, um auf deine Fotos, Notizen, Dateien in iCloud Drive oder E-Mails zuzugreifen.

Ein Hinweis zur Sicherheit: Meist ist eine Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiv, weshalb du beim Anmelden einen Bestätigungscode eingeben musst, der auf einem anderen deiner Apple-Geräte angezeigt wird. Ohne ein zweites Apple-Gerät oder eine hinterlegte Telefonnummer kommst du also nicht hinein.

Für den Alltag ist der Browserweg zu umständlich, für den Einzelfall reicht er völlig. Typisch ist die Situation, dass jemand vom iPhone auf ein Samsung gewechselt hat und noch an alte Bilder oder Notizen kommen muss. Genau dafür ist er gedacht.

Was über den Browser nicht geht, ist eine automatische Sicherung des Android-Geräts nach iCloud. Der Zugriff ist eine Einbahnstrasse: Du kommst an bestehende Daten heran und kannst sie herunterladen, aber dein Samsung legt nichts in iCloud ab. Dafür gibt es keinen Weg.

Vom iPhone auf Android wechseln

Beim Wechsel gibt es bessere Wege als den Browser. Samsung liefert dafür Smart Switch mit, das per Kabel oder drahtlos Kontakte, Kalender, Bilder und Nachrichten überträgt. Google hat eine eigene Wechsel-App mit demselben Zweck. Beides funktioniert am zuverlässigsten direkt beim Einrichten des neuen Geräts.

Für die Bilder gibt es zusätzlich einen offiziellen Weg bei Apple. Auf der Datenschutzseite deines Apple-Kontos lässt sich eine Kopie der iCloud-Fotos direkt zu Google Fotos übertragen. Das läuft im Hintergrund zwischen den beiden Diensten und dauert je nach Menge Tage. Deine Bilder bleiben dabei auch bei Apple liegen, es entsteht eine Kopie.

Ein technischer Stolperstein sind die Dateiformate. iPhones speichern standardmässig in HEIC, und ältere Android-Geräte oder Programme können damit wenig anfangen. Wenn du beides parallel nutzt, stell auf dem iPhone unter Kamera und Formate auf «Maximale Kompatibilität» um. Was die Formate unterscheidet, steht im Beitrag über Dateiformate.

Rechne beim Wechsel mit einem Abend Zeit und lass beide Geräte am Strom. Und wirf das alte Gerät nicht sofort weg. Behalt es zwei bis drei Wochen aufgeladen liegen, bis du sicher bist, dass wirklich alles angekommen ist, was du brauchst.

Keiner dieser Dienste ersetzt eine zweite Kopie

Der wichtigste Punkt zum Schluss, und er gilt für alle Dienste genauso wie für iCloud: Die Cloud ersetzt keine unabhängige Kopie. iCloud-Fotos hält alle Geräte auf demselben Stand, löschst du ein Bild auf dem iPhone, ist es überall weg. Bei Google Fotos und der OneDrive-App bleibt ein Bild zwar erhalten, wenn du es nur in der Galerie löschst. Löschst du es aber in der App selbst, ist es auch in der Cloud weg.

Alle haben immerhin einen Papierkorb, der gelöschte Bilder eine Weile aufbewahrt, meist rund dreissig Tage. Das rettet dich vor dem Versehen von gestern, aber nicht vor einem Fehler, den du erst in einem halben Jahr bemerkst, und auch nicht vor einem gesperrten Konto.

Eine echte Sicherung ist eine zweite, unabhängige Kopie: eine externe Festplatte, ein anderer Anbieter oder beides. Einmal im Jahr die Bilder des Jahres auf eine Festplatte kopieren dauert eine halbe Stunde. Wie du vorher aussortierst, damit du nicht zehntausend Bilder mitschleppst, steht im Beitrag über das Verwalten von Fotos.

Ein zweiter Punkt betrifft das Konto selbst. Verlierst du den Zugang zu Apple-ID, Google-Konto oder Samsung-Konto, verlierst du auch die Daten dahinter. Hinterleg deshalb bei allen dreien eine aktuelle Telefonnummer und eine zweite E-Mail-Adresse, und notier dir die Wiederherstellungscodes.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die iCloud-Alternative bei Samsung?

Es gibt keine einzelne. Die Aufgaben verteilen sich auf mehrere Dienste: Google Fotos oder die OneDrive-App für Fotos und Videos, Google One für Geräteeinstellungen, Apps und Nachrichten und die Samsung Cloud für Daten aus Samsung-Apps wie Notizen, Kalender, Kontakte und Browserverlauf. Die direkte OneDrive-Verbindung der Samsung Galerie endet am 30. September 2026.

Kann ich iCloud auf einem Android-Handy nutzen?

Ja, aber nur über den Browser, eine Apple-App gibt es nicht. Öffne Chrome, geh auf die iCloud-Webseite und melde dich mit deiner Apple-ID an. Meist ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiv, du brauchst also einen Bestätigungscode von einem anderen Apple-Gerät oder per Telefonnummer.

Warum sind bei mir OneDrive und Google Fotos gleichzeitig voll?

Weil beide Dienste unabhängig voneinander automatisch sichern können und viele Geräte beides aktiv haben. Du speicherst dann alles doppelt und bezahlst zweimal. Entscheide dich für einen Weg und schalte die automatische Sicherung im anderen ab.

Wie bekomme ich meine iCloud-Fotos zu Google Fotos?

Über die Datenschutzseite deines Apple-Kontos lässt sich eine Kopie der iCloud-Fotos direkt zu Google Fotos übertragen. Der Vorgang läuft zwischen den Diensten und dauert je nach Menge mehrere Tage. Deine Bilder bleiben dabei bei Apple erhalten, es entsteht eine zusätzliche Kopie.

Lieber live üben?

Im Smartphone Fotokurs in Luzern gehen wir genau diese Themen am eigenen Handy durch.

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