Nebel, Regen und Schnee als Chance nutzen
Die besten Bilder entstehen bei dem Wetter, bei dem alle drinnen bleiben. Was Nebel, Regen und Schnee mit einem Bild machen und wie du technisch damit umgehst.
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Der erste Schnee ist eines der dankbarsten Motive überhaupt: Alles wird ruhig, Flächen werden gleichmässig, störende Details verschwinden unter einer weissen Decke. Und trotzdem sind die Bilder danach oft enttäuschend. Der Schnee sieht nicht weiss aus, sondern grau oder bläulich, und die Stimmung ist weg.
Das ist kein Zufall und kein Gerätefehler, sondern eine Eigenheit jeder Belichtungsmessung. Wer sie kennt, korrigiert sie in zwei Sekunden. Dieser Beitrag erklärt das Problem, zeigt die Korrektur und geht danach durch, was Kälte, Nebel und Gegenlicht sonst noch verlangen.
Jede Belichtungsautomatik geht von einer Annahme aus: Eine durchschnittliche Szene ist im Mittel mittelgrau. Das stimmt erstaunlich oft, weil sich helle und dunkle Bereiche in den meisten Bildern ausgleichen. Bei einer verschneiten Landschaft stimmt es nicht mehr.
Die Kamera sieht eine sehr helle Fläche und schliesst daraus, dass die Szene überbelichtet ist. Also macht sie das Bild dunkler, bis der Schnee im Mittel wieder grau ist. Genau das bekommst du dann auch: grauen Schnee, und mit ihm ein Bild, das flau und trüb wirkt.
Die Lösung ist eine bewusste Korrektur nach oben. Tipp auf den Schnee, halte den Finger, bis die Belichtungssperre erscheint, und zieh die Helligkeit um etwa eine bis eineinhalb Stufen nach oben. Der Schnee wird weiss, und der Rest des Bildes bekommt die Helligkeit, die er in Wirklichkeit hatte. Mehr dazu im Beitrag über die Belichtungssperre.
Die gleiche Korrektur brauchst du übrigens bei Nebel, bei heller Sandstrandfläche und vor einer weissen Hauswand. Immer, wenn eine sehr helle Fläche den grössten Teil des Bildes ausmacht, liegt die Automatik systematisch daneben und macht das Bild zu dunkel.
Das zweite typische Problem ist die Farbe. Schnee an der Sonne ist neutral bis warm, Schnee im Schatten wird deutlich blau. Der Grund ist einfach: Eine Schattenfläche wird nicht von der Sonne beleuchtet, sondern vom blauen Himmel darüber, und diese Farbe nimmt der Schnee an.
Der automatische Weissabgleich erkennt das nicht immer zuverlässig, weil er eine so grosse weisse Fläche schwer einordnen kann. Mal korrigiert er zu stark und macht das ganze Bild gelblich, mal gar nicht und lässt es eisblau.
Beim Bearbeiten reicht meist ein kleiner Schritt bei der Wärme, um das geradezurücken. Wichtig ist die Entscheidung, was du zeigen willst: Ein leicht kühler Ton passt zu einem kalten Wintertag und ist ehrlicher als ein neutralisiertes Bild. Ganz blau sollte er trotzdem nicht sein. Wie du das steuerst, steht im Beitrag über die Nachbearbeitung.
Ein Bild mit Sonne und Schatten gleichzeitig ist besonders heikel, weil beide Bereiche unterschiedliche Lichtfarben haben. Entscheide dich in diesem Fall für den Teil, auf den es ankommt, meistens die Sonnenfläche, und lass den Schatten ruhig etwas kühler stehen.
Zwei Dinge passieren bei Minusgraden verlässlich, und beide kannst du entschärfen.
Erstens der Akku. Lithium-Akkus geben bei Kälte deutlich weniger Leistung ab, und ein Handy kann bei starkem Frost von sechzig Prozent auf null springen, obwohl es eigentlich noch Ladung hat. Trag das Gerät deshalb in einer Innentasche nah am Körper und hol es nur zum Fotografieren heraus. Nach dem Aufwärmen ist die Anzeige meist wieder normal.
Zweitens die Feuchtigkeit. Wenn du von draussen in einen warmen Raum kommst, kondensiert Wasser auf und im Gerät, genau wie auf einer Brille. Das ist der häufigste Weg, wie Feuchtigkeit ins Innere gelangt. Steck das Handy vor dem Hineingehen in die Tasche oder den Rucksack und lass es dort zwanzig Minuten langsam warm werden, statt es sofort zu benutzen.
Ein dritter Punkt betrifft das Display. Bei Kälte reagiert es träger, und die Anzeige wirkt dunkler, als das Bild tatsächlich ist. Verlass dich deshalb im Winter weniger auf den optischen Eindruck auf dem Bildschirm und mehr auf die bewusst gesetzte Belichtungskorrektur.
Der Bildschirm reagiert auf Hautkontakt, nicht auf Druck. Mit gewöhnlichen Handschuhen passiert deshalb nichts. Die Folge kennt jeder: Handschuh ausziehen, fotografieren, Finger sind steif, Bild ist verwackelt.
Es gibt drei Lösungen. Erstens Handschuhe mit leitenden Fingerkuppen, die es für wenige Franken gibt und die zuverlässig funktionieren. Zweitens die Lautstärketaste als Auslöser, denn Tasten funktionieren mit jedem Handschuh. Drittens die Sprachsteuerung aus den Bedienungshilfen, mit der du ganz ohne Berührung auslöst.
Für einen Wintertag draussen ist die Kombination aus Handschuhen mit Fingerkuppen und der Lautstärketaste die entspannteste. Damit bleibst du warm und hältst das Gerät gleichzeitig ruhiger, weil der Druck seitlich erfolgt und nicht gegen den Bildschirm. Alle Auslösewege stehen im Beitrag über das Auslösen am iPhone.
Vermeide es, den Handschuh zwischen die Zähne zu nehmen, während du fotografierst. Das klingt banal, ist aber der Klassiker: Handschuh fällt in den Schnee, wird nass, und der restliche Ausflug ist ungemütlich. Ein Bändel oder eine Jackentasche mit Reissverschluss löst das Problem.
In der Zentralschweiz gehört Hochnebel zum Winter. Unten grau, oben Sonne, und dazwischen eine Grenze, die im November und Dezember oft bei tausend Metern liegt. Fotografisch sind das zwei komplett verschiedene Welten am selben Tag.
Unten im Nebel gilt: Der Himmel ist eine weisse Fläche ohne Zeichnung und gehört meist nicht ins Bild. Nimm einen engeren Ausschnitt, such Strukturen wie Bäume, Zäune, Wege oder Geländer, und nutze den Nebel als Mittel, um den Hintergrund verschwinden zu lassen. Das ist die einfachste Art, ein ruhiges Bild zu bekommen.
Oben über dem Nebelmeer ist es umgekehrt: starker Kontrast, tiefstehende Sonne, klare Kanten. Hier lohnt sich die Belichtungskorrektur nach unten, damit die weisse Nebeldecke nicht ausbrennt, und ein Vordergrund, der dem Bild Tiefe gibt. Rigi und Pilatus sind dafür ab Luzern in einer Stunde erreichbar.
Prüf vor der Fahrt nach oben die Nebelobergrenze, viele Wetterdienste geben sie an. Liegt sie bei tausend Metern, reicht die Rigi problemlos. Liegt sie bei zweitausend, stehst du auch oben im Grau und sparst dir die Bergbahn besser für einen anderen Tag.
Zum Schluss die Gestaltung, denn technisch korrekter Schnee ist noch kein gutes Bild. Eine gleichmässig weisse Fläche ist fotografisch erst einmal leer, und Leere braucht einen Gegenpol.
Such deshalb nach Kontrast: ein dunkler Baumstamm, eine rote Jacke, eine Spur im Schnee, ein Zaun, der als Linie durchs Bild läuft. Ein einzelnes dunkles Element in viel Weiss ist eines der stärksten Bildmotive überhaupt, siehe den Beitrag über Minimalismus.
Und achte auf frischen Schnee. Sobald eine Fläche zertreten ist, ist die Wirkung weg, und deine eigenen Spuren sind der häufigste Grund dafür. Schau dir an, wo du hingehen willst, bevor du losläufst, und fotografiere die unberührte Fläche zuerst. Bei Gegenlicht funkelt frischer Schnee zusätzlich, weil die Kristalle das Licht direkt zurückwerfen.
Fallender Schnee ist ein eigenes Thema. Mit Blitz werden die Flocken zu weissen Punkten direkt vor der Linse, ohne Blitz verschwinden sie fast. Am besten wirkt fallender Schnee vor einem dunklen Hintergrund und im Gegenlicht einer Laterne, weil er dort von selbst sichtbar wird.
Weil die Belichtungsautomatik davon ausgeht, dass eine Szene im Mittel mittelgrau ist. Eine grosse weisse Fläche hält sie für überbelichtet und macht das Bild dunkler. Tipp auf den Schnee, sperre die Belichtung und zieh die Helligkeit um eine bis eineinhalb Stufen nach oben.
Weil Schnee im Schatten nicht von der Sonne, sondern vom blauen Himmel beleuchtet wird und dessen Farbe annimmt. Der automatische Weissabgleich kommt mit so grossen weissen Flächen nicht immer zurecht. Beim Bearbeiten reicht meist ein kleiner Schritt bei der Wärme.
Trag das Gerät in einer Innentasche nah am Körper und hol es nur zum Fotografieren heraus. Lithium-Akkus geben bei Kälte weniger Leistung ab, die Anzeige kann einbrechen, obwohl noch Ladung da ist. Nach dem Aufwärmen normalisiert sich das meist wieder.
Entweder mit Handschuhen, die leitende Fingerkuppen haben, oder indem du die Lautstärketaste als Auslöser nimmst, denn Tasten funktionieren mit jedem Handschuh. Auch die Sprachsteuerung aus den Bedienungshilfen ist eine Möglichkeit, ganz ohne Berührung auszulösen.
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Im Smartphone Fotokurs in Luzern gehen wir genau diese Themen am eigenen Handy durch.
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