Teamevent mit Kamera: Fotokurs als Firmenanlass
Warum ein Fotokurs als Teamevent funktioniert, wo er stattfinden kann, was er kostet und worauf du bei der Planung achten musst, damit alle mitmachen.
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Am Ende eines Firmenanlasses fragt jemand nach Bildern: für den LinkedIn-Post, für den Newsletter, für das Intranet, manchmal für die Medien. Wer den Anlass mit dem Handy dokumentiert, kann das liefern, wenn er vorher weiss, worauf es ankommt. Ohne Plan entstehen fünfzig Bilder von Hinterköpfen und niemand darauf, den man erkennt.
Ich fotografiere seit Jahren Firmenanlässe, meist mit der Kamera, oft zusätzlich mit dem Handy. In diesem Beitrag zeige ich dir die Liste der Bilder, die gebraucht werden, wie du mit schwierigem Saallicht umgehst und worauf du bei Personen achten musst. Das ist der Inhalt, den ich in Firmenkursen für Kommunikations- und Marketingteams unterrichte.
Kläre vorher, wofür die Bilder gebraucht werden. Ein LinkedIn-Post braucht andere Bilder als ein Jahresbericht. Aus dem Zweck ergibt sich die Liste, und die schreibst du dir auf. Eine bewährte Grundausstattung für einen Anlass:
Diese Liste im Handy zu haben ist mehr wert als jede technische Einstellung. Am Anlass hast du wenig Zeit zum Überlegen, und was du vergisst, kannst du nicht nachholen. Hak die Punkte ab, sobald du sie hast.
Geh wenn möglich vorher kurz durch den Raum, bevor die Gäste kommen. Du siehst dann, wo das Licht steht, wo du dich bewegen kannst und welche Hintergründe brauchbar sind. Fünf Minuten Vorbereitung ersparen später viel Suchen.
Kläre ausserdem, ob es Personen gibt, die nicht fotografiert werden dürfen, und ob ein bestimmtes Bild zwingend gebraucht wird, etwa die Übergabe eines Checks oder ein Gruppenbild mit Gästen. Solche Pflichtbilder plant man am besten fix ein, statt sie im Ablauf zu vergessen.
Veranstaltungsräume sind fotografisch schwierig: wenig Licht, gemischte Lichtfarben, helle Projektionen, dunkle Ecken. Das Handy stellt dann automatisch lange Verschlusszeiten ein, und Menschen werden unscharf.
Drei Massnahmen helfen. Erstens näher hingehen, statt zu zoomen, weil die Hauptkamera das meiste Licht sammelt. Zweitens Positionen suchen, an denen Licht auf das Gesicht fällt, etwa seitlich der Bühne statt frontal von hinten. Drittens ruhig stehen, abstützen, mit der Lautstärke-Taste auslösen.
Bei Referaten mit Projektion entsteht ein extremer Kontrast zwischen heller Leinwand und dunkler Person. Belichte auf das Gesicht und lass die Leinwand hell, wie im Beitrag über die Belichtungssperre beschrieben. Ein Bild, auf dem die Folie lesbar ist und die Person schwarz, funktioniert nicht. Wenn die Folie wichtig ist, mach ein separates Bild davon.
Vermeide es, gegen die Bühnenbeleuchtung zu arbeiten. Wenn ein Spot direkt in die Linse scheint, wird das Bild milchig. Ein Schritt zur Seite genügt meistens, damit das Licht das Gesicht formt, statt die Kamera zu blenden.
Warte auf Gesten. Eine Person, die den Mund geschlossen hat und ins Leere schaut, wirkt leblos. Die guten Momente entstehen beim Sprechen mit offenen Händen, beim Lachen, beim Blick ins Publikum. Fotografiere in Serien und wähle später aus, wie im Beitrag über Bewegung erklärt.
Achte auf den Hintergrund. Ein Lichtschalter, eine Fluchtwegtafel oder ein Pflanzenblatt, das aus dem Kopf wächst, ruiniert ein sonst gutes Bild. Ein Schritt zur Seite löst das meistens. Bei Podien ist die Sitzordnung oft ungünstig, dann sind Einzelporträts der Teilnehmenden besser als das Gesamtbild.
Wechsle die Perspektive. Drei Bilder vom selben Standpunkt sind dreimal dasselbe Bild. Geh nach vorn, nach hinten, zur Seite, mach ein Bild von der Galerie oder aus dem Publikum heraus über Schultern hinweg. Bewege dich dabei ruhig und in Pausen, nicht mitten im Referat quer durch den Saal.
Halte dich beim Fotografieren im Hintergrund. Wer während eines Referats vor der ersten Reihe steht, stört den Anlass, und das fällt auf die Bilder zurück. Positioniere dich am Rand, arbeite ruhig und schalte den Auslöseton aus.
Der Apéro liefert die Bilder, die später am häufigsten verwendet werden, weil sie Menschen zeigen, die sich austauschen. Und er ist einfacher als der formelle Teil, weil das Licht meist besser ist und die Stimmung offener.
Fotografiere Gruppen von zwei bis vier Personen, nicht grosse Runden. Achte auf Gläser vor Gesichtern und auf halb angeschnittene Personen am Rand. Am besten näherst du dich seitlich, machst zwei bis drei Bilder und gehst weiter, statt lange danebenzustehen.
Frag vorher kurz, ob es passt. Ein kurzes «Darf ich ein Bild machen für unsere Kanäle?» ist in zwei Sekunden gesagt, entspannt die Situation und klärt die Zustimmung. Zur rechtlichen Seite gibt es einen eigenen Beitrag über das Recht am eigenen Bild, das ist bei Firmenanlässen kein Nebenthema.
Achte auf die Hände. Menschen mit Glas und Teller wirken schnell unbeholfen, und angeschnittene Arme im Vordergrund stören. Warte einen Moment ab, in dem die Körperhaltung offen ist, dann wirkt die Gruppe entspannt.
Liefere wenige, gute Bilder statt hundert. Für einen Anlass reichen 20 bis 30 ausgewählte Aufnahmen, für einen Social-Media-Post drei bis fünf. Wähle so aus, dass die Geschichte des Abends erkennbar ist: Ankunft, Inhalt, Menschen, Abschluss.
Bearbeite alle Bilder einheitlich: Helligkeit anpassen, Weissabgleich korrigieren, Kontrast leicht anheben, gerade ausrichten. Ein einheitlicher Look ist wichtiger als perfekte Einzelbilder, weil die Serie zusammen wirken muss. Details dazu im Beitrag über die Nachbearbeitung.
Liefere schnell. Ein Bild am selben Abend auf LinkedIn ist mehr wert als zwanzig perfekte Bilder eine Woche später. Deshalb lohnt sich die Arbeitsteilung: ein bis zwei Bilder sofort, der Rest sorgfältig am nächsten Tag. Genau diesen Ablauf üben wir in den Firmenkursen, damit ein Team an eigenen Anlässen selbstständig arbeiten kann.
Kläre auch, wer die Bilder wo ablegt und wie lange sie aufbewahrt werden. In vielen Firmen verschwinden Anlassbilder in privaten Handys, statt im gemeinsamen Ordner zu landen, und ein Jahr später sucht sie jemand vergeblich.
Näher hingehen statt zoomen, auf das Gesicht belichten und die Leinwand hell werden lassen, ruhig stehen und mit der Lautstärke-Taste auslösen. Der Blitz ist an Anlässen tabu.
20 bis 30 ausgewählte Bilder decken einen Abend ab. Für einen Social-Media-Post reichen drei bis fünf, die zusammen eine Geschichte erzählen.
Für die Veröffentlichung erkennbarer Personen ja. Ein Hinweis am Eingang mit Abmeldemöglichkeit und ein kurzes Nachfragen vor Nahaufnahmen sind der praktikable Weg.
Für interne Kanäle und Social Media in der Regel ja. Bei sehr wenig Licht, grossen Sälen und Bildern für Print ist eine Kamera im Vorteil.
Lieber live üben?
Im Smartphone Fotokurs in Luzern gehen wir genau diese Themen am eigenen Handy durch.
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